Google Verfuehrung

Big Google is watching you

Mai 16th, 2017 Posted by Inas Blog 0 thoughts on “Big Google is watching you”

Wenn wir nach Hause kommen, begrüßt Google Home uns persönlich, hat den Ofen schon vorgewärmt und das Badewasser eingelassen. Wie heißt es doch so schön: Google ist dein Freund, benutze ihn. – Inas Blog

Vielleicht wird Google auch mehr als ein Freund, eher ein stetiger Begleiter. Quasi ein gewollter Stalker, der uns auch noch organisiert. Klingt komisch, doch könnte zumindest größenmäßig in die Pläne des Internet-Riesen passen. Genau dasselbe gilt für Facebook.

Schon die Grundideen von Google und Facebook waren alles andere als bescheiden. Google wollte Internetnutzern alles verfügbare Wissen zur Verfügung stellen. Facebook wiederum wollte die Meinung der Massen bündeln.

Sehr „charmant“ erstellte Facebook-Gründer Mark Zuckerberg mit Kommilitonen eine Plattform, auf der männliche Studenten ihre weiblichen Kommilitonen bewerten konnten. Wer als hübsch bewertet wurde, kam eine Runde weiter, schlechte Bewertungen führten zum Ausscheiden.

Ähnlich funktioniert es heute mit der Verbreitung von Inhalten auf Facebook: Liken viele Facebook-Freunde ein Video, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass es am Ende auf meiner Timeline landet. Also: Think big. Viel Wissen sammeln. Sich nach der Masse richten.

Facebook liest mit

Sowohl bei Google als auch bei Facebook hat es funktioniert: Die Plattformen sind in ihrem Business jeweils die Marktführer. Durch Werbung wurden beide finanziell rentabel. Und durch die Sammlung unserer Daten werden sie immer rentabler, denn die Werbung kann immer spezifischer eingesetzt werden.

Wer kennt das nicht: Einmal Rundreisen auf den Philippinen gegoogelt, schon erscheint die passende Werbung dazu. Am besten dann auch noch auf Facebook. Denn ist Facebook in einem Browser-Tab geöffnet, liest Mark Zuckerbergs Plattform automatisch mit, was im Browser sonst noch so gesucht wird. Für die Werbetreibenden ein Vorteil und damit für Google und Facebook eine gesicherte Finanzierung. Bei kostenlosen Webseiten zahlen wir eben mit unseren Daten.

Mehr als finanzielle Sicherheit

Doch gesicherte Finanzierung reicht den beiden Plattformen unter Umständen gar nicht. Warum klein bleiben, wenn es auch größer geht? Nicht umsonst kauft Facebook fleißig Konkurrenz-Unternehmen auf – oder kopiert bei ihrem Scheitern unverblümt die Hauptfunktion einer App (siehe Snapchat).

Google könnte künftig bei selbstfahrenden Autos ein ernstzunehmender Konkurrent auf dem Markt sein. Und die eigene Plattform YouTube ist solch ein Dauerbrenner, dass sie erst kürzlich um YouTube Red, das heißt YouTube-eigene Produktionen, erweitert wurde.

Verweile doch, du bist so schön

Generell versuchen uns die Plattformen in ihren Apps „festzuhalten“, also die Nutzer nicht auf externe Webseiten weiterzuleiten. Bei Google als klassische Suchmaschine gelingt das natürlich oftmals nicht, bei Facebook wiederum immer öfter: Es gibt den eigenen Messenger für Privatnachrichten, Artikel werden unter dem Format „Instant Articles“ auf dem Smartphones direkt in der App geöffnet, Chatbots liefern noch innerhalb der App gewünscht Informationen, zum Beispiel über das Wetter.

Zeit ist Geld

Zeit ist Geld …

Der Grund für diesen Aufwand: Je länger die Aufenthaltszeit auf einer Plattform, desto mehr Aufmerksamkeit erhält sie und damit mehr Macht – und vor allem bedeutet eine längere Aufenthaltsdauer die Möglichkeit, Werbung häufiger auszuspielen. Und mehr Werbung bedeutet wiederum mehr Einnahmen.

Branchenwechsel

Nicht zuletzt aus diesen Einnahmen finanzieren Google und Facebook ihre Ausflüge in andere Branchen: Facebook entwickelt Virtual Reality-Brillen, Google lässt mit seinem „Assistant“ Google Home das oben beschriebene Szenario gar nicht so abwegig wirken. Übrigens funktioniert Google Home ähnlich wie Apples Siri mittels künstlicher Intelligenz und gibt Antworten auf Fragen wie „Wo ist das nächste Kino?“

Facebook, Google & Co. haben eine Vision: Größer, effizienter, offener. Sie sammeln immer mehr Daten, die sie auch zu unserem Vorteil einsetzen: Vielleicht hilft mir der gezeigte Reiseanbieter ja wirklich bei der Suche nach Hotels auf den Philippinen? Vielleicht hat mir Facebook gerade eine Veranstaltung gezeigt, an der ich tatsächlich interessiert bin?

Das Machtstreben von Google oder Facebook kann man positiv oder negativ bewerten: Informationen werden auf uns zugeschnitten und wir können sie – zum Beispiel mit Hilfe von Google Home – einfacher finden. Ob man so viel Macht in die Hände von Unternehmen mit einer Quasi-Monopolstellung wie Google und Facebook legen will, steht auf einem anderen Papier.

Zur Autorin:

Ina Mangold studiert Public Relations an der Hochschule der Medien in Stuttgart. Für den blue satellite Blog berichtet sie regelmäßig über aktuelle Forschungsergebnisse in Kommunikation, PR und Journalismus.

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