Gruppenarbeit im Studium: Probleme sind vorprogrammiert

September 26th, 2019 Posted by Aktuell, Inas Blog 0 thoughts on “Gruppenarbeit im Studium: Probleme sind vorprogrammiert”

„Prüfungsleistung dieses Seminars ist eine Gruppenarbeit“ – ein verhasster Satz für viele Studierende. Klar, fachlich lernt man dabei viel, aber die Abstimmung mit anderen kann ätzend sein. Außer man stellt seine Gruppe als effizientes Team zusammen – das kann Wunder vollbringen.

Effiziente Gruppenarbeit – zu gut, um wahr zu sein?

Wissenschaftlich definiert sind sie alle: der Workaholic, der Kontroll-Freak oder auch der Schweiger. Wir alle hatten sie schon in unseren Gruppen. Das Gute daran: Irgendwann kennt man seine Pappenheimer. Bei uns im Studium haben wir Effizienz-Gruppen, wie wir sie so schön nennen. Wir kennen unsere (Soft) Skills, wissen, wer was am besten kann und welche Aufgaben man am liebsten macht. Drama bleibt häufig aus.

Die Gruppenarbeit-Worst-Cases
Dann kam dieses Semester und meine Effizienzgruppe gab es nicht mehr. Einige meiner Kommilitonen*innen waren im Praxissemester, andere im Ausland und ein paar waren wie ich an unserer Hochschule geblieben. Es mussten also neue Gruppen gebildet werden und jeder wusste: Fünf Praxisprojekte in einer Gruppe, irgendwann geht man sich zwangsläufig auf die Nerven. Die richtige Gruppe muss also mit Bedacht gewählt werden.

Und so kam es zu allen möglichen Gruppenzusammensetzungen. Die Gruppen, in denen zwei Leute alle Projekte schmissen, was mit Tränen und Stress endete. Gruppen, in denen Personen nur zu den Prüfungsleistungen auftauchten, was zu Gesprächen mit den Profs führte. Und Gruppen, in denen sich einige Mitglieder regelmäßig in den Urlaub verabschiedeten.

Mein Learning: Man arrangiert sich. Am Ende waren alle Ergebnisse sehenswert und erfolgreich. Aber das Stresslevel und die Effizienz unterschieden sich dann doch.

Ich hatte Glück mit meiner Gruppe. Wir hatten die gleichen Erwartungen an die Projektergebnisse und unsere Fähigkeiten ergänzten sich perfekt. Wir waren ein Team aus Journalisten und PRlern, die schreiben und filmen, kreativ und wissenschaftlich arbeiten konnten. Wir erfüllten alle formalen Faktoren für ein effizientes Team. Was will man mehr?

Das einzige Problem, das mich trotz unserer harmonischen Gruppendynamik gestört hat, war das Vertrauen – das fehlte teilweise. Wir hatten einen selbsternannten Kontroll-Freak, der sich zudem (wirklich unabsichtlich) im Ton vergriff. Unsere Fähigkeiten mussten wir ihm erst beweisen und insbesondere in den finalen Projektphasen mit der Person Tacheles reden. Letzteres war eine Gratwanderung zwischen Verständnis und Streit.

Gruppenarbeit im Studium – immer eine Erfahrung wert
Letztendlich sind wir alle mit unseren Anforderungen gewachsen. Und auch wenn es mich gestört hat, dass ich mich beweisen und teils rechtfertigen musste, konnte ich neben Fachwissen noch viel mehr mitnehmen.

Ich wurde dazu animiert, zu zeigen was ich kann, und ich verbesserte mich bei dem Versuch, den Anforderungen des Kontroll-Freaks gerecht zu werden. Und ich gehe davon aus, dass auch unser Kontroll-Freak etwas für die Zukunft gelernt hat und nun anderen Leuten erst mal eine Chance gibt. Denn die Hoffnung auf eine gute und erfolgreiche Gruppenarbeit stirbt bekanntlich zuletzt.

 

Zur Autorin:

Ina Mangold studiert Public Relations an der Hochschule der Medien in Stuttgart. Für den blue satellite Blog berichtet sie regelmäßig über aktuelle Forschungsergebnisse in Kommunikation, PR und Journalismus.

                                                       

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